Bericht: OTRS-Entwickler-Workshop für Einsteiger

Wer das OtterHub-Forum oder den Veranstaltungskalender ab und zu liest, hatte Anfang März die Gelegenheit, an einem kostenlosen, zwei-tägigen OTRS-Entwickler-Workshop in der Uni Erlangen teilzunehmen. Ich bin zwar Admin und kein Entwickler, da sich die Veranstaltung aber an Einsteiger richtete, war das eine gute Gelegenheit, mich mit den OTRS-Interna besser vertraut zu machen und kleinere Anpassungen selbst vorzunehmen. Ich kann schon jetzt verraten, dass diese Absicht erfolgreich war. Und auch die Machbarkeit und den Aufwand von größeren Anpassungen kann ich nun wesentlich besser abschätzen. Wo „Entwickler“ drauf steht kann also auch „Admin“ drin sein, zu Mal die Grenzen gerade bei freier Software eh fließend sind. Der Admin hat einfach die Möglichkeit sein System so weit anzupassen, wie es notwendig ist. Ob es sich dann um eine vorgesehene Einstellung handelt oder um eine direkte Änderung im Code, ist dann viel mehr eine Frage der Bequemlichkeit als eine Frage der Jobbeschreibung. Unter den anderen 11 Teilnehmern waren dann auch sowohl programmierende Admins dabei, als auch administrierende Enwickler. Gefallen hat der Workshop allen und die Grundlagen konnten erfolgreich vermittelt werden. Konkret haben wir uns einen einfachen Event-Handler gebastelt, sowie die Ticket-Eingabe-Maske um ein eigenes Feld erweitert, was nicht ganz einfach ist. Die Erstellung eigener Pakete für die fertigen Erweiterungen war ebenfalls Thema. Übrigens alles schon mit dem neuen OTRS 3.1, mit dem man sich bei der Gelegenheit auch direkt vertraut machen konnte. Die Event-Handler sind sehr praktisch, damit kann man direkt auf Änderungen reagieren, ohne über einen Generic-Agent-Job gehen zu müssen. Bei letzterem gibt es zum einen die Verzögerung bis zum Ausführen und zum anderen die Beschränkung auf die vorgegebenen Möglichkeiten. Der Event-Handler ist da wesentlich eleganter, effizienter und mächtiger. Mit Hilfe der umfangreichen Folien vom Workshop, kann man das auch selbst ausprobieren, ohne am Workshop teilgenommen zu haben. Das Ergebnis wird dann auch gern auf OPAR entgegengenommen, ganz im Community-Gedanken, jemanden zu helfen, weil einem selbst auch geholfen wurde. In diesem Zeichen stand auch der Workshop selbst. Das regionale Rechenzentrum Erlangen (RRZE) hat die Uni-Räume zur Verfügung gestellt, die noris network AG hat die Teilnehmer mit virtuellen OTRS-Rechnern als Entwicklungsumgebung versorgt und Renée Bäcker von perl-services.de hat den Workshop an  sich abgehalten und quasi einen Teil seiner Erfahrung als OTRS-Dienstleister weitergegeben. Alle drei setzen seit Jahren OTRS selbst ein und helfen durch den Workshop anderen OTRS-Usern und durch eine größere, aktivere Community letztendlich auch sich selbst. Der Erfahrungsaustausch, das sogenannte Netzwerken und auch der Spaß kamen ebenfalls nicht zu kurz, rundum war es eine sehr gelungene Veranstaltung.
Dieser Beitrag wurde unter Veranstaltungen veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.